Zwei Buchvorstellungen im März am Denkort Bunker Valentin

Am Denkort Bunker Valentin werden im März zwei Bücher vorgestellt.

  • Donnerstag, 24. März 2022 um 19:30 Uhr
    Kostas Chalemos: „KZ-Nr. 32730 – Spiros‘ Odyssee“
    Gelesen von Katharina Guleikoff (Moderatorin, Sprecherin, Journalistin)
    Kommentiert von Dr. Marcus Meyer (Wissenschaftliche Leitung: Denkort Bunker Valentin)
    Der Athener Journalist Kostas Chamelos erzählt die Odyssee des griechischen Partisanen Spiros Pasaloglou. Gerade einmal 18 Jahre alt, wird Pasaloglou während einer Razzia verhaftet, im Lager Chaidari inhaftiert und im berüchtigten Hauptquartier der Gestapo in der Athener Merlinstraße verhört. Spiros sieht mit an, wie Mithäftlinge misshandelt und ermordet werden. Jeden Tag fürchtet er, der Nächste zu sein. Dann wird er nach Deutschland deportiert, zunächst in das KZ-Neuengamme, dann in das Außenlager Bremen-Farge. Die Deutschen zwingen Pasaloglou, am Bau des Bunkers „Valentin“ mitzuarbeiten. Er überlebt die Zwangsarbeit, den Todesmarsch Anfang April 1944 und die Versenkung von KZ-Schiffen in der Lübecker Bucht kurz vor der Befreiung. Als er schließlich nach Hause zurückkehrt, herrscht Bürgerkrieg in Griechenland. Als kommunistischem Widerstandskämpfer droht ihm erneut die Verhaftung, diesmal von seinen Landsleuten.
    Pasaloglous Bericht ist rau, direkt, ungeschliffen und gerade deshalb intensiv. Sein Schicksal steht stellvertretend für 10.000 weitere Schicksale und für das brutale deutsche Besatzungsregime der Deutschen in Griechenland, ein bis heute in der Erinnerungskultur vernachlässigtes Kapitel der NS-Geschichte.
  • Sonntag, 27. März 2022 um 16 Uhr
    „Nordafrikanische Zwangsarbeiter der Baustelle des U-Boot-Bunkers in Bremen-Farge und in den zugehörigen Lagern 1943-45“
    In dieser Buchvorstellung widmet sich Appolinaire A. Apetor-Koffi den Spuren von in Nordafrika geborenen Menschen, die beim Bunkerbau unter Zwang arbeiten mussten. Mehr als 30 Namen konnte er nach intensiver Recherche in einem Erinnerungsbuch zusammentragen.
    Auch wenn das Bild der zwanzigmonatigen Geschichte der größten Rüstungsbaustelle in Bremen wohl nie vollständig sein wird, so lässt sich doch der gewohnte Blickwinkel erweitern. Mithilfe neuer Erkenntnisse über zusätzliche Herkunftsgeschichten und die darin verborgenen Verflechtungen entstehen Fragen, die bislang nicht gestellt wurden, werden Personen sichtbar, die bislang nicht gesehen wurden.
    Apetor-Koffi arbeitet seit 2017 als freier Mitarbeiter am Denkort Bunker Valentin in Bremen-Farge. Er ist im Bereich der Recherchen – insbesondere über die Koloniale Verflechtung – und der historischen Vermittlung tätig. Außerdem gestaltete er das Projekt Multi-peRSPEKTif mit.
    Die Band Jazzlya wird die Veranstaltung musikalisch begleiten.

Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung Bremen, Institut français Bremen
Anmeldung via: www.politische-bildung-bremen.de
Telefon: (0421) 696 73 670

Quelle: Pressestelle des Senats